State of performance

#McLaren720S #Performance #Roadtrip #Supertest

„Im Prinzip bist du bei dem Auto mit dem Denken schon zu langsam.“      Walter Röhrl

#LantanaPurple heisst die Farbe unseres McLaren 720 S Performance den wir in #Graz am Europaplatz in der Nähe des Hauptbahnhofs von den Kollegen der #autorevue übernehmen.

Warnung!!! Wer eingefleischter Lamborghini,Porsche,oder Ferrari-Fan ist, sollte jetzt bitte nicht weiter lesen. Bei aller journalistischen Neutralität zu der wir uns verpflichtet fühlen. Der McLaren ist der #benchmark aller derzeitigen Supersportler. Das Lesen dieses Artikels könnte also zu Irritationen führen.

Weiter im Text. Wir teilen die Ansammlung interessierter Fans die sich um den McLaren gebildet hat. Der Kollege der #autorevue öffnet uns die Tür, und übergibt uns den Schlüssel, mit einem leicht manischen verklärten Blick. Wir werden später verstehen warum. Die Jungs haben offensichtlich mit dem McLaren viel Spass gehabt. Ein paar #shakehands noch, ein paar fachliche #chats mit dem umstehenden Publikum, und wir entern den McLaren.

Das McLaren-Cockpit hat die Anmutung eines #organicdesigns

Das ganze Cockpit des McLaren 720 S verströmt den kompletten Genius eines organischen Designs. Die Auswahl und Verarbeitung der Materialen, die Garnierung und das Wechselspiel von Alcantara,Carbon,und mattiertem Metall, verbunden mit dem Y-Design der Sitze, ergeben eine ganz neue Sportwagen-Ästhetik. Nichts von der räudigen Anmutung Zuffenhausener Sportmodelle, wenig von der Erotik eines Ferrari, oder dem Stealth-Machismo eines Lamborghini. Alles ist in einem funktionalen #Flow. Und dennoch macht sich auch irgendwie #LeMans-Prototypen- Feeling breit, wenn man erst mal in der ergonomisch perfekten Sitzschale Platz genommen hat.

Zum Praktischen. Weil die Flügeltüren jetzt beinahe in der Mitte des Daches angeschlagen sind, kann man nicht nur bequemer Ein-und Aussteigen, sondern braucht obendrein weniger Platz in der Parklücke. Und-by the way- der Kofferraum ist zusammen mit der Ablage hinter den Sitzen auch noch gewachsen.

Wir schaun uns erst einmal um. Unser erster Blick fällt auf das aufgeklappte Display mit dem Drehzahlmesser in der Mitte, rechts davon die derzeitigen Einstellungsparameter des Fahrzeugs, und links davon die wichtigsten Infos wie Verbrauch, Geschwindigkeit etc. Das alles natürlich auch individuell konfigurierbar. Ganz verschärft, lässt sich das Display zu einem verengten Sehschlitz umklappen, der dann nur noch die Basisinformationen wie Gang, Drehzahl und Geschwindigkeit bereithält.

Dies allerdings vorwiegend für den Rennstrecken-Gebrauch. Für die Strasse eine nette Spielerei.Mittig findet sich ein Touchscreen für Navigation, Entertainment und weiteren Fahrzeugkonfigurationen.

Links davon, zum Fahrer hin gewandt, befinden sich die Schalter für die Aktivierung der Aerodynamik-Features, wie etwa Heckflügel und Luftbremsen-Aktivierung, die im Track-Modus sowieso aktiv sind. Dann kommt der Drehschalter für die Settings des Fahrwerks, Comfort, Sport und Track mit dem mittigen Schalter für die Elektronische Stabilitätskontrolle. Darunter befindet sich der Spielknopf für die  Klappenregulierung der Auspuff-Anlage, dass es wenn man will schön patscht und rotzt. Für die #Mappings des Motor-Managements  ist der nächste Drehschalter zuständig, analog ebenfalls für Comfort, Sport und Track. Hier auch wieder mittig ein Druckschalter für das Einschalten der Manual-Funktion des Getriebes. Unterhalb des #Touchscreens noch ein Schalter zum Aktivieren der Start-Stopp- Funktion. Unter dem mittigen Drehschalter zum Aufrufen von Einzelfunktionen des Touchscreens, der Startknopf. Sowie die Tasten für die Getriebefunktionen D,N und R.

Ok, let´s start. Wir schliessen die Tür. Drücken den Starterknopf und strömen durch den abendlichen Grazer Stadverkehr gen Westen. Sofort fällt die unglaubliche Übersichtlichkeit und Praktikabilität des McLaren 720 S auf.

Man glaubt man ist in einem VW Golf unterwegs. Kein Ruckeln, kein Zuckeln. Easy und mühelos schwimmt man im Stadtverkehr mit. Bei McLaren hat man schon bei der Entwicklung des ersten Supersportlers MP 12 C grossen Wert auf Übersichtlichkeit gelegt, und dafür eigens eine Sitzkiste entwickelt.Wo man die Welt bei #Ferrari & Co oft nur wie durch Scheuklappen oder Schießscharten sieht und sich der Blick allein auf die Front fokussiert, wähnt man sich im McLaren in einem Glashaus auf Speed und mogelt sich deshalb fast so leichtfüßig durchs Gewühl wie in einem Mini. Und selbst das Parken verliert neuerdings seinen Schrecken. Nicht nur, dass man wie bisher die Nase anheben kann, um die teure Front vor dem Bordstein zu schützen, und dass auf dem großen Bildschirm über dem Mitteltunnel nun beim Rangieren eine Panorama-Anzeige auftaucht. Wir rollen ein wenig auf der Autobahn bis zum ersten #Espresso -Boxenstop bei einer #ENI-Tankstelle. Dort haben wir Gelegenheit uns den McLaren 720 S einmal in Ruhe zu betrachten.

Form follows Airflow

Kompromissloses Design , das vor allem vom Windkanal diktiert wurde und seine Spoiler und Schweller gut versteckt unter einer zweiten Haut nach innen trägt, ist der erste Gedanke. Das geht weiter über die Kabine, die groß und geräumig ist wie bei kaum einem anderen Supersportwagen, aus der man besser herausschauen kann als bei den meisten Roadstern.

Während die Konkurrenten der #Ferrari488GTBPista und der #LamborghiniHuracan #Performante  aus Metall gefertigte Chassis haben, schöpft der McLaren seine Präzision aus einem Kohlefaser-Monocoque, wie bei modernen Rennwagen üblich. #Stiffness at its best. Das gestattet seiner Peripherie noch weitere dramatische Entwicklungssprünge. Hier ist alles, auch vor dem Hintergrund des neu entwickelten MonoCage 2 Carbon-Chassis der Aerodynamik untergeordnet, die genial durch die Karosserie genutzt wird, und dem McLaren 720 S einen Anpressdruck von 200 kg bei ca. 240 km/h verschafft.

Hier erkennt man erst die Ausgereiztheit etwa eines #Porsche911-Konzepts mit dem schweren Motor im Heck , das speziell in der ultimativen #GT2 RS Version  ziemlich am Ende sein scheint. Alles wird versucht mit Monster-Flügeln in den Griff zu bekommen Sicher ist auch ein Indiz dafür,dass sie bei Porsche den Motor neuerdings in der Elfer-Rennversion den Motor umgedreht vor der Hinterachse einbauen.

Unser Testwagen in der Performance-Konfiguration, Luxury und Basic sind weitere Ausstattungslinien, war ausserdem noch mit einer ganzen Liste von #MSO (McLaren Special Operations) #Goodies ausgestattet. Wie etwa die Eingangs schon erwähnte Farbe #LantanaPurple oder diverse Carbon-Teile. Interessierte Leser finden die komplette Ausstattungs- und Preisliste am Ende des Artikels.

Kleine Peinlichkeit am Rande. Bei der Rückkehr zum McLaren vom Espresso war der Autor geschlagene drei Minuten mit der Suche nach Türöffner-Pad beschäftigt, das ertastet werden muss, und aufrecht im seitlichen Luftkanal klebt. Nach Druck darauf schwebt die Flügeltür hoch.Hier ist also schon ein wenig Insider Wissen notwendig. Um noch einmal das Bespiel Porsche aufzugreifen, der öffnet seine Türen kaum anders als ein VW Golf.

Wir strömen weiter auf der Autobahn entlang durch den #Tauerntunnel hindurch, durchs #Ennstal, an Schladming vorbei, St. Johann im Pongau, bis Bischofshofen, unserem Einstieg in die Hochkönig-Alpenstrasse. Sie hat eine Länge von 75 km.Beginnend in Bischofshofen im Tal der Salzach führt sie zunächst zwischen Hochkönig und Dientener Bergen entlang auf den Dientner Sattel (1342 m ü. A.) und weiter hinab ins Tal der Saalach nach Saalfelden am Steinernen Meer Hinauf nach Mühlbach am Hochkönig führen Kehren, weite und enge Kurven auf einer einwandfreien Straße die, je nach Können und Wollen auch höhere Geschwindigkeiten zulässt.

Eben noch der entspannte Powercruiser für die Fahrt nach Le Mans, wird der Tiefflieger von jetzt auf gleich zu einem Rennwagen. Wir gehen auf Sport Das Fahrwerk plötzlich bocksteif, die Bremsen bissig und der Heckflügel als Airbrake so beweglich wie die Flosse eines Killerwals, wird der Brite zum Biest. Und spätestens dann hört man auch etwas aus dem weit nach oben gerückten Sportauspuff, der auf der Straße so seltsam zugeschnürt und abgewürgt klingt – weil die Briten eben eher Anhänger des #Understatement sind.

#Hammertime

„Im Prinzip bist du bei dem Auto mit dem Denken schon zu langsam.“      Walter Röhrl

Was jetzt folgt, bedarf einer Neukalibrierung unserer Autofahrersinne.  Das durch die treibende Kraft des auf vier Liter aufgebohrter V8-Turbo, dem zwei neue, sehr viel schneller ansprechende Lader jetzt 720 PS und bis zu 770 Nm einblasen Fahrleistungen ermöglicht werden, bei denen einem am Steuer in der Längsdynamik der Atem stockt. Der Spurt von 0 auf 100  in gerade mal 2,9 Sekunden absolviert wird, die 200er-Marke nach 7,8 Sekunden erreicht wird, und wer tatsächlich mal ein freies Stück Autobahn findet, seine Nerven mit einer Spitzengeschwindigkeit von 341 km/h auf die Probe stellen kann-Geschenkt.

Zur Overtüre vaporisieren wir einen beherzt sich den Anstieg hochschwingenden Taxler mit seinem #VWBus im Rückspiegel. Der McLaren stürmt nach vorne, als gäbe es den viel zitierten Morgen nicht. Die Bremse, die Lenkung, die Vorderachse, die auf der Strasse zu kleben scheint. Der mechanische und aerodynamische Grip ermöglichen einen wahnwitzigen Flow, der es dem Kopf schwer macht hinterher zu kommen. Geraden finden praktisch nicht statt.

Das Auto ist so gut ausbalanciert und erzeugt so viel Abtrieb, dass einem beinahe alles zu gelingen scheint., wenn man sich eingeschossen hat. Kurve für Kurve steigt man deshalb später auf die Bremse, lenkt schärfer ein und geht früher wieder aufs Gas und kommt aus dem Staunen kaum mehr heraus. Dabei gibt es kein Fading, Rubbeln, Schiefziehen, oder etwa nachlassenden Pedaldruck. Dessen Weg und Druckpunkt konstant kurz bleiben, wie bei einem #LMP1-Rennwagen. Natürlich wird der Grenzbereich immer schmaler, je weiter man die beiden Schalter für Antrieb und Fahrwerk im wunderbar aufgeräumten Cockpit nach rechts in Richtung Rennen dreht. Dies bestätigen auch ein paar schnelle Runden auf dem Handling-Kurs ÖAMTC Fahrsicherheitszentrum Saalfelden-Brandlhof am nächsten Tag.

Oben auf der Passhöhe angelangt halten wir an zu einem Moment der Besinnung. Sofort fällt uns wieder Walter Röhrls Spruch zum Audi Sport Quattro S1 mit bis zu 800 PS ein: „Im Prinzip bist du bei dem Auto mit dem Denken schon zu langsam.“

Der McLaren 720 S knistert dazu vor sich hin, und man fragt sich wohin das eigentlich mit dieser Wahnsinnsleistung noch alles hin führen soll. Vor allem wenn man sich vor Augen hält, dass wohl noch schärfere Versionen nach folgen werden. Wir lassen es bergab etwas entspannter angehen. Können uns jedoch nicht verkneifen, auf den letzten Metern des Heimwegs noch einen gar zu aggressiven #AudiRS6 abzuledern, was beim Audi-Piloten sicher für Ernüchterung gesorgt hat.

Daily Driver

Unerwartete Qualitäten

Dass ein McLaren auf der Rennstrecke rasend schnell ist? Haben wir erwartet. Dass man mit bis zu 341 km/h über die linke Spur fegen kann? Allright. Und dass so ein Auto auch Kurvenkaiser  der Landstraße ist? War angenommen.

Wo der 720 S wirklich überrascht hat, ist ein Szenario, in dem Supersportwagen eigentlich nichts zu suchen haben: im Stadtverkehr und im täglichen Gebrauch.Denn mit dem Fahrwerk auf „Komfort“ und dem Antrieb auf „Sport“ bügelt der Bolide selbst die schlechtesten Straßen halbwegs glatt.Dank der guten Rundumsicht verliert man selbst im dichtesten Verkehr und in den engsten Lücken nie den Überblick.Ausgerechnet in der Rush-Hour von Graz und jetzt auch auch auf der Fahrt nach München im Kolonnenverkehr, wo wir maximal auf 130 km/h kommen, nach dem wir gestern noch einen #photoshooting-Tag eingeschoben hatten, beeindruckt der McLaren 720 S mit seiner Spreizung zwischen Rennstrecke und Normalverkehr am meisten. Ein Auto zum Semmeln kaufen ? Sicher auch. aber wehe wen er losgelassen. Da fällt uns gleich das plakative Beispiel von Jekyll und Hyde ein.

Jetzt aber müssen wir uns vom McLaren 720 S langsam , zu den Klängen von #JamesHersey´s #Missyou aus der exzellenten #BowerWilkins 12 Lautsprecher-Anlage verabschieden. Schade, aber McLaren wollte ihn uns nicht lassen 😉

shortcut

Was wir mögen ?
Die coole Effizienz und die gnadenlose Exekution der Geschwindigkeit.

Die Farbe LantanaPurple und die Innenausstattung in BlackXenon Yellow.

Was fehlt ?
Die Strassen für das Potenzial des McLaren. Da bleibt nur die Rennstrecke.

Was  überrascht ?
Die unheimliche Spreizung zwischen Sanft und Gewalt. Das entspannte Wohnen in der Geschwindigkeit. Die handzahme Abstimmung.

Wär perfekt, wenn ?
Die Rennstrecke 5 Minuten von Zuhause wär.

Competition
Ferrari 488 GTB Pista. Lamborghini Aventador SVJ, AMG GT-R. Porsche 911 GT2RS

-Ends-

copy mk                               images and videos beyondcoolmag

Technische Daten_technical data McLaren 720 S

Special

Ausstattungsliste_Individual specification McLaren 720 S Performance (Testwagen_testcar)

Hinweis im Sinne der Corporate Compliance Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen

Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen  auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.