Now time to fly

#astonmartin #vantage #test #roadtrip #kitzbühel #austria

Skyfall

Kitzbühel. Im Tal liegt noch der Nebel. Wir zoomen uns mit dem Aston Martin Vantage, der wie ein Raubtier von Serpentine zu Serpentine auf der Bergstrasse hechtet, der Wolkengrenze entgegen.Bassig grollend,gierend nach Gas,und auf den kurzen Geraden aufbrüllend, gibt der von AMG nochmals mit einer weiteren Faust im Nacken, geschärfte V 8 Biturbo mit 510 PS, seine Kraft, kanalisiert über eine ZF-Achtstufenautomatik und ein E-Differential mit Torque-Vectoring-Qualitäten,das auf Fahrsituationen in Milisekunden reagiert, an die Hinteräder weiter. Die restlichen Zutaten 685 NM/2000-5000 U/min, 0-100 km/h in 3,6 sec, 314 km/h Spitze.

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Kitzbühel. The fog is still in the valley. We zoom us with Aston Martin Vantage, which jumps like a predator from serpentine to serpentine on the twisting #mountainroad, towards the cloud line, growling with a bass, starving for throttle, and then roaring up the short straights, the AMG engine places anotherfist in your neck. The sharpened V 8 Biturbo with 510 hp, its power, channeled through a ZF eight-speed automatic transmission and an electric differential with torque vectoring qualities that react to driving situations in milliseconds to the rear wheels. The remaining ingredients 685 NM / 2000-5000 rpm, 0-100 km / h in 3.6 sec, 314 km / h top speed.

But not today. The fun really starts here on this twisting austrian mountain road. Despite the minimally rear-heavy weight distribution, the Vantage feels slightly front-heavy on our mountain road swing. This is probably caused by the extreme track configuration ​​of the rear axle, which was chosen to stabilize the rear. The understeer can be minimized by turning and repositioning the Vantage at an early stage, with the right rhythm the Coupé then remains largely neutral. Supported by the chassis structure made of aluminum, the transaxle construction with a torsion tube made of metal alloy and a drive shaft made of carbon fiber, also through the low-centered mid built-in AMG biturbo far behind the front axle, results in a front mid-engine concept with a balance of almost 50:50.

Well balanced though, you get support from the air with an aerodynamic concept which essentials are front splitters, in the absence of a radiator grille for weight reasons, air vents, rear diffuser and a rear tail flip. This aerodynamic mix results in a #venturi #effect on the underbody which results in a #downforce of 77 kg. Well done.

Aber nicht hier und jetzt.The fun really starts now.Trotz der minimal hecklastigen Gewichtsverteilung fühlt sich der Vantage beim Bergstrassen-Swing leicht kopflastig an. Das liegt vermutlich an den extremen Spurwerten der Hinterachse, die das Heck stabilisieren sollen. Das Untersteuern kann durch frühzeitiges Einlenken und Umsetzen minimiert werden, mit dem richtigen Rhythmus bleibt das Coupé dann weitgehend neutral.Unterstützt wir das ganze von Chassis-Struktur aus Aluminium,der Transaxle-Bauweise mit einem Torsionsrohr aus Metalllegierung und einer Antriebswelle aus Kohlefaser, auch durch den tief eingebauten, weit hinter die Vorderachse gerückten AMG-Biturbo, ergibt sich ein Front-Mittelmotor Konzept mit einer Balance von annähernd 50:50.y

Well balanced also.Dabei holt man sich noch Unterstützung aus der Luft mit einem Aerodynamik Konzept,dessen essentials Front Splitter, in Abwesenheit eines Kühlergrills aus Gewichtsgründen,Air Vents,Heck-Diffussor,und ein Heckpürzel, britisch tail flip, sind. Diese Aerodynamik-Melange ergibt einen #Venturi #Effekt am Unterboden der in einer #Downforce von 77 kg resultiert. Well done.

Feel connected

Die Sitzposition vermittelt dabei Verbundenheit. Der Vantage ist keiner von diesen Sportlern, die einen unters Dach zwängen oder in ihrem Gestühl hin- und herschunkeln. Sitzhöhe, Sitzposition, Seitenhalt und Lenkradjustierung liefern sowohl für den Alltag als auch für die Rennstrecke eine sehr gute Sitzposition. Die integrierende Ergonomie ist hervorragend gelungen. Für das Gefühl der Verbundenheit sorgt auch die hochgezogene Seitenlinie, die fast auf Schulterhöhe liegt.

Die Schaltwippen dabei fest stehend statt mitdrehend. Die Konstruktion der Schaltwippen ist genauso Geschmackssache wie bei Wisky Scotch oder Malt – die einen schwören darauf, während andere abwinken. Wir stehen auf mitdrehende Schaltwippen, da man zu keiner Zeit im Grenzbereich auch nur eine Hand vom Lenkrad nehmen muss, um beispielsweise kurz vor dem Kurvenausgang hochzuschalten.

Apropos schalten. Während man den Vorgänger lieber mit Handschalter geordert hat, macht die Achtgangautomatik von ZF ihren Job im aktuellen Vantage richtig gut – komfortable und kaum spürbare Gangwechsel im Automatikmodus, schnelle Schaltvorgänge im manuellen Getriebemodus.

By the way.Rund 100 Kilo kann ein manuelles Getriebe (erster Gang übrigens unten links: herrlich! Britisch auch dog leg), Keramikbremsanlage und einige Carbonbauteilen sparen. Ab leider gibt es es den Handschalter für den „normalen“ Vantage nach knapp einem Jahr derzeit nicht.

Beim Thema Gewicht sollte Chief Engineer Becker in Zukunft noch mehr auf seine Vergangenheit bei der Leichtbauschmiede Lotus pochen. Mit einem Gewicht von 1.710 Kilo trägt der Automatik-Vantage ein wenig Wohlstandsspeck mit sich herum. Becker ist seit 2015 bei Aston Martin und war zuvor 26 Jahre für die britische Traditionsschmiede Lotus tätig und hat quasi alle dem Thema Fahrdynamik zuträglichen Kniffe mit der Muttermilch aufgesogen. Doch natürlich weht der neue Wind nicht allein durch Chef-Ingenieur Becker, sondern durch die Mitglieder des ganzen Entwicklungsteams, die alle zusammen gute Arbeit geleistet haben.

Make your choice

Sowohl der Antriebsstrang als auch das Adaptivfahrwerk lassen sich unabhängig voneinander in den Einstellungen Sport, Sport plus und Track justieren. Für den Rennstreckenbesuch im Speziellen kann man problemlos sofort jeweils in die Track-Abstimmung wechseln. Der Name ist hier Programm. Nicht nur die Schaltvorgänge gehen dann noch schneller über die Bühne, auch die Dämpferkennlinie fällt so noch kerniger aus. Insgesamt ergibt sich die ganze Fahrpräzision beim neuen Vantage auch schon durch die spürbar gesteigerte Chassissteifigkeit.

Die elektromechanische Adaptivlenkung, welche die ganze Bandbreite beherrscht unterstützt von relativ leichtgängig und komfortabel bis hin zu einem gestrafften Handmoment im Track-Modus die fahrdynamische Performance.

Power, guter Grip und Fahrpräzision

Kurzer Szenenwechsel. Ein kleiner Ausflug zum Fahrtechnik-Zentrum Saalfelden zeigt auf das der Aston Martin Vantage ist einer, der einem im Grenzbereich relativ schnell das Du anbietet und zum Kumpeltyp wird. Dank der Fahrbarkeit kann man sich schnell und mühelos ans Limit herantasten.

Im ersten Anlenkmoment reagiert der Vantage mit recht spontanem Einlenkverhalten, das sich dann aber zu einem leicht auswischenden Einlenkuntersteuern der Vorderachse verwandelt. Beim Herausbeschleunigen drückt anschließend das Heck in leichtes Leistungsübersteuern. Um den Vantage so neutral wie möglich über den Kurs zu bewegen, sollte man nicht die Vorderachse schon am Kurveneingang überfordern und zu spät in die Kurven reinbremsen. Ab dem Scheitelpunkt sollte zudem das Gaspedal nicht allzu digital malträtiert werden. Eine progressive und runde Fahrweise ist besonders beim Vantage der Schlüssel zum Erfolg im Grenzbereich.

Auch in den schnelleren Passagen verhält sich der Vantage gutmütig und weitgehend unauffällig. Wer es puristisch mag und richtig im Grenzbereich arbeiten will, der kann das ESP komplett deaktivieren. Die Tendenz zum Leistungsübersteuern verlangt dann aber nach einem sensibleren Gasfuß. Wer sich etwas Reserven im absoluten Grenzbereich erhalten will, dem sei der ESP-Track-Modus empfohlen. Gerade an kitzeligen Stellen, bei denen die Hinterachse unter Last recht stark entlastet wird, oder bei Richtungswechseln mit höherer Geschwindigkeit gibt einem die einerTraktionskontrolle ähnelnden und minimal regelnden ESP-Funktion viel Vertrauen. Und Vertrauen am Limit macht ja bekanntlich schneller. Dabei ist auch an dem guten Gripniveau der speziell für den Vantage Pirelli-Zeros, keine Sportreifen, nichts auszusetzen.

Beauty and the beast

Zurück an unseren Bergstrasse. Wir legen eine Verschnauf- und Betrachtungspause ein. Kein Dahinfliessen in Schönheit wie etwa beim DB 11. Die Karosserie des Vantage spannt dagegen auf den Rippen seines Aluminium-Korpus wie das Sport-Lycra eines Tour de France Teilnehmers. Der Vantage atmet visuell Performance und Angriffslust in all seiner Haptik aus. Marek Reichmann, Aston Martins Designer, würde das in etwa so formulieren: „One single line, which creates all the drama„.

Im Innenraum setzt sich der no nonsense-Zugang des Designs fort. Perfekte Zurichtung von Sitz und Lenkrad. Gekonnte Mittelkonsole. Playground für Tüftler. Etwa Kameraschalter für Vorn/Hinten.Gestartet wird über den lichtpulsierenden Startknopf.Als britische Eigenheit leistet man sich bei der feinsinnigen Bedienung auch echte Quarzknöpfe. Die Wahl der Gänge wird über den Glasknopf D, oder den schon erwähnten überlangen Paddels, äh, Schaltwippen,herbei geführt. Extralob für die Knieschoner. Unter der Heckklappe gibt´s auch Laderaum, auch die Rücksitzmulden erweisen sich als praktikabel.Das Comand-Infotainment-System des Vantage hat Mercedes-Wurzeln. Fürs nicht allein rum tschunddern gibt´s auch zwei Schminkspiegel. Advantage Gaydon. Manche italienische Boliden mit klangvollen High-Society Hafenortnamen an der Riviera, haben da noch Nachholbedarf.

The new era

Der Vantage bricht ein wenig mit dem Klischee britischer Sportwagen.Aston Martin, das waren in den 2000er-Jahren immer Sportwagen mit bildhübschem Design, die stets von hochemotionalen Saugmotor-Triebwerken mit acht oder zwölf Zylindern befeuert wurden. Zurückhaltende Eleganz traf auf ein großvolumiges Aggregat mit himmlischem Klang Mehr Kaufgründe brauchte es über fast zwei Jahrzehnte nicht. Wem ein Ferrari oder Lamborghini zu krawallig und ein Porsche 911 nicht selten genug war, der fand sich bei den Gentlemen Sportwagen aus dem britischen Gaydon wieder.

Doch der Vantage kalibriert die Aston Martin DNA neu. Nicht nur Schönheit und Klang alleine, jetzt gibt´s auch verstärkt die Faust in den Nacken, wobei der Vantage auch noch durchaus nicht nur reines Track- tool ist, und auch durchaus noch ein wenig comfy sein kann. Tradition ist halt nicht nur die Bewahrung der Asche, mit Conolly-Leder gesäumten Interieurs und Schafswoll-Bodenteppichen,sondern die immerwährende Neuentfachung des Feuers mit Power,Dynamik aber immer noch eigenständiger Ästhetik.Eine neue Form der Verschränkung von Eleganz und Funktion.Britisch heisst ja auch immer irgendwie cool sein.

Was wir mögen ?

Clean, ikonisch und britisch cool.


Was fehlt ?

Ein Schaltgetriebe.

Was  überrascht ?

Nicht zum sportiv-herrschaftlich Abfahren der eigenen Ländereien geeignet.


Wär perfekt, wenn ?

Wenn es alternativ auch ein Schaltgetriebe gäbe.Ach,sagten wir schon.


Competition

Möglicherweise ein Einstiegs Bentley Speed.

-Ends-

copy mk images beyondcoolmag

Technische Daten

Aston Martin Vantage 4.0 V8
GrundpreisD 139.800 €
Außenmaße4465 x 1942 x 1273 mm
Kofferraumvolumen270 l
Hubraum / Motor3982 cm³ / 8-Zylinder
Leistung375 kW / 510 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit314 km/h
0-100 km/h3,6 s
Verbrauch14,4/8,2/10,5 l/100 km